Rütt-Arena

 

           1926 - 1931

 

 

 


 

 

Die Geschichte der Rütt-Arena (1)

 

 

Der Plan

 

 

Bevor Walter Rütt am 10. Januar 1926 im Berliner Sportpalast seine letzte Runde fuhr und das Rennrad endgültig an den Nagel hängte, stellte er Überlegungen an, wie er zukünftig seinen Lebensunterhalt bestreiten solle. Als "Ungelernter", der mit 16 Jahren die Schulausbildung abgebrochen hatte, um Radprofi zu werden, kam für ihn auch weiterhin nur eine Tätigkeit in diesem Metier in Frage.

 

Die seit einer Saison brach liegende Radrennbahn in Köln-Riehl schien ein lohnendes Objekt zu sein, um sich als Veranstalter zu betätigen. Mit ihrem Besitzer, Baron Oppenheim, führte er Verhandlungen über eine Pacht, die beiden Parteien konnten aber keine Einigung erzielen.

 

Deshalb reifte in ihm der Entschluss, in Berlin eine kleine Trainingsbahn aus Holz zu bauen, auf der es nur Stehplätze für 50 Pfennige geben sollte.

 

Im März 1926 hielten sich die amerikanischen Promoter Mihlon und Chapman, die in den USA sämtliche Rennbahnen kontrollierten, in Paris auf und Walter Rütt erfuhr zufällig davon. Gleich am nächsten Tag fuhr er mit dem Zug in die französische Hauptstadt.

 

Chapman und Mihlon waren sofort begeistert von seinen Plänen und zeichneten ihm die Newarker Bahn mit ihren genauen Massen auf. Für den Bau stellte Frank Mihlon den Betrag von $ 25.000 zur Verfügung. Dies entsprach nach damaligem Geldwert einer Summe von 100.000 Mark.

 

 

 

 

Shake hands: Walter Rütt und Frank Mihlon besiegeln den Plan

zum Bau der Radrennbahn

 

 

Nachdem man anfänglich davon ausging, dass das Material der in Benutzung befindlichen Kaiserdammbahn Verwendung finden und auf eine Länge von 222 Metern erweitert werden solle, entschied sich der Investor schließlich für einen kompletten Neubau nach amerikanischem Muster. Mit der Durchführung beauftragte man die Firma Elbe & Ludwig.

 


 

"Amerikanisches Muster"

 

Während es in Europa zu jener Zeit hauptsächlich große Radrennbahnen aus Zement gab, hatten sich in den USA kleine Holzbahnen durchgesetzt. Sie wurden nahe der Stadtzentren errichtet, waren dadurch leicht erreichbar und hatten ein großes Einzugsgebiet.

 

Weitere Vorteile lagen in den geringeren Baukosten und dem niederigeren Verletzungsrisiko bei Stürzen.

 

Ein Grundsatz der amerikanischen Veranstalter besagte, dass auch der Kauf der billigsten Eintrittskarte den Anspruch auf einen Sitzplatz gewährleistete.

 

 

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